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Von Anke Mosch (Da-Echo am 10-08-2017)

MARTIN-NIEMÖLLER-SCHULE Lehrer sehen sich an der Belastungsgrenze / Zeitmangel und Überstunden

GODDELAU - Inklusion ist eine große Chance, verhindert Schubladendenken und Ausgrenzung und passt zu der Integrierten Gesamtschule mit ihrem Anspruch, eine Schule für alle zu sein. Allerdings sind die Rahmenbedingungen schwierig und bringen die engagierten Pädagogen – ob Regelschul- oder Förderschullehrer – an ihre Belastungsgrenze. So lautet das Fazit einer Gesprächsrunde mit drei Klassenlehrern der Martin-Niemöller-Schule (MNS), Schulleiter Martin Buhl, Kristin Erlenmeier, die im Schulleitungsteam für Inklusion zuständig ist und Förderschullehrer Andreas Prause.

Seit 2015 ist der Kreis Groß-Gerau Modellregion inklusiver Bildung. Für den Südkreis bedeutet dies, dass die Schillerschule in Gernsheim, Förderschule mit Schwerpunkt Lernen, nach und nach aufgelöst wird und Schüler mit Förderbedarf stattdessen in die fünften Klassen der allgemeinen Schulen eingeschult werden – die meisten von ihnen in die MNS. So besuchten im vergangenen Schuljahr elf Schüler mit Förderbedarf lernen die Jahrgangsstufe fünf und 13 die sechste, während es in den Klassen darüber bis zur neunten Klasse lediglich drei pro Stufe sind, erklärt Buhl. Hinzu kommen noch zwei Fünftklässler mit Förderbedarf Sprache und eine inklusive Beschulung Geistige Entwicklung, in der sechsten Jahrgangsstufe noch ein Kind mit Sprachförderbedarf.

Darüber hinaus gibt es neun weitere Schüler mit sogenannten vorbeugenden Maßnahmen in der fünften und zwölf in der sechsten Jahrgangsstufe – diese individuellen Fördermaßnahmen müssen ausgeschöpft sein, bevor ein Anspruch auf Sonderförderung festgestellt werden kann.

„Insgesamt haben wir 96 Schüler von etwa 1000 mit besonderen Betreuungsbedarf, also knapp zehn Prozent“, erklärt der Schulleiter. Zwar werden von der Schillerschule fünf Förderschullehrer mit unterschiedlichem Stundenkontingent an der MNS eingesetzt, doch gibt es insgesamt nur 125 Förderschulstunden. „Eine absolute Schieflage“, betont Buhl.

Individuelle Förderung ist nötig

Es mangelt an Zeit, vor allem für dringend benötigte Absprachen zwischen Regelschul- und Förderschullehrern, berichten Silvia Rojo und Philine Krieger, die sich als Klassenlehrerinen jeweils einer fünften Klasse vor einer gänzlich neuen Herausforderung gegenüber sahen. „Wir sind oft völlig ratlos, weil wir dafür nicht ausgebildet sind und bräuchten daher dringend eine regelmäßige Koordinierungsstunde mit den Förderschullehrern“, sagt Krieger und Rojo ergänzt: „Das läuft von Beginn an nur mit einem Haufen Überstunden und Telefonaten noch am späten Abend.“

Die inklusive Beschulung an der MNS beruht auf zwei Säulen, erklärt Förderschullehrer Prause: dem gemeinsamen Klassenunterricht und einer individuellen Förderung im Lernzentrum. Für den Klassenunterricht soll es stundenweise Doppelbesetzungen geben – wegen Ressourcenknappheit sind auch dies zu wenige, moniert Krieger: In ihrer Klasse gebe es nur eine Stunde mit Doppelbesetzung pro Woche. Auch das Schulgebäude entspricht nicht den Anforderungen an den inklusiven Unterricht, angefangen von fehlenden Rampen bis zu ungeeigneten Räumlichkeiten, sind sich alle Pädagogen einig. „Sie können diese Vielfalt nur schwer in einem Raum unterstützen und fördern. Es ist ein Riesenproblem, dass wir keinen Differenzierungsraum haben“, sagt Krieger.

Dennoch sind sich die Pädagogen einig, dass sich der Mehraufwand lohnt. Sebastian Tron etwa sieht deutliche Vorteile in der Inklusion und erzählt von der guten Klassengemeinschaft mit zwei Inklusionskindern. Und Erlenmaier sagt: „Wir sind noch ganz am Anfang. Es gibt viele Schwierigkeiten, aber die Richtung ist eine gute.“

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